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Unternehmensnachfolge: Abschied vom Lebenswerk

Tipps für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe

Die Übergabe des eigenen Unternehmens bedeutet, sein Lebenswerk einem Nachfolger anzuvertrauen. Kein leichtes Unterfangen, doch mit Weitsicht und Expertise wird es zum Erfolg - für Übergeber und Nachfolger.

Immer mehr KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) stehen vor der Nachfolge-Frage: Wer wird die Geschäfte leiten, wenn sich der Alt-Unternehmer in den Ruhestand zurückzieht? Derzeit gibt es deutlich mehr Übergabe-Angebote als Übernahme-Interessenten. 

Gründe für den Angebotsüberhang

Das liegt erstens an der guten Arbeitsmarktlage: Arbeitnehmer scheuen das Risiko der Selbstständigkeit und begeben sich lieber in die Sicherheit einer Anstellung. Zweitens hat der Angebotsüberhang demografische Gründe. Die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegsjahre schufen einen starken Mittelstand, der bis heute die Basis der deutschen Wirtschaft bildet. 

Doch der demografische Wandel stellt ein Problem dar. Es wachsen immer weniger Nachkommen heran, die die Unternehmensnachfolge antreten wollen. Der LBBW zufolge gibt es mittlerweile dreimal so viele übergabebereite Unternehmen wie Nachfolger. Faktoren wie der Digitalisierungsbedarf eines Unternehmens, die Urbanisierung, oder ein Investitionsstau beeinflussen dabei die Attraktivität verschiedener Branchen. So kamen 2017 in der Kredit- und Versicherungsbranche 1,4 Alt-Unternehmer auf einen Nachfolger, im Handel waren es schon 1,5 und in der Industrie sogar 1,8. 

Geeignete Nachfolger finden

Zwar sinkt der Anteil, doch noch immer zieht über die Hälfte der Unternehmer ein Familienmitglied für die Übergabe in Betracht. Kommen mehrere Familienmitglieder in Frage, können verschiedene Interessen über Family Offices, Familienholding-Strukturen oder Stiftungen - etwa als Doppelstiftungsmodell - vereint werden. 

Kann kein Nachfolger in der Familie gefunden werden, bietet sich ein Nachfolger aus dem Unternehmen an. Er ist vertraut mit Mitarbeitern und Abläufen und muss nicht lang eingearbeitet werden. Alternativ muss ein externer Käufer gefunden werden; findet sich in den Reihen der Lieferanten, Kunden und Mitbewerber kein geeigneter Kandidat, helfen Portale wie nachfolge-in-deutschland und die Unternehmensbörse nexxt-change. Ein Inserat kann eine Stilllegung des Unternehmens vermeiden, indem sie Alt-Unternehmer mit passenden Kandidaten zusammen bringt. 

Ist die Kandidatenfrage geklärt, warten weitere Herausforderungen. Senior-Unternehmer müssen klären, inwieweit die Übergabe Teil ihrer Altersvorsorge sein soll. Sie müssen bei einem Verkauf den angemessenen Preis finden und lernen, loszulassen. Für Nachfolger hingegen ist das häufigste Problem die Finanzierung. Danach folgen die Anforderungen, die der Senior-Unternehmer an sie stellt sowie die eigenen Qualifikationen. Doch je nach Anforderungen kann die Übergabe an einen externen Kandidaten sehr flexibel erfolgen, Rentenmodelle, Earn-Out-Modelle, oder Management-Buy-Outs sind nur einige Beispiele. 

Vor einer Übergabe sollte in jedem Fall der Wert eines Unternehmens ermittelt werden. Etablierte Methoden sind die Due-Diligence-Prüfung und/oder die DCF-Bewertung. Eine verlässliche Bewertung hilft, den richtigen Preis für den Kauf oder Verkauf eines Unternehmens zu ermitteln.  

Experten zu Rate ziehen

Damit eine Übergabe gelingt, gibt nicht nur der Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Alt-Unternehmern einige Richtlinien an die Hand: Die Vorbereitung der Übergabe beginnt mit drei bis zehn Jahren Vorlauf, spätestens drei Jahre vorher sollte die Suche nach einem Nachfolger beginnen; ein Jahr sollte man für die Übergabe einplanen. Mit dem Tag der Übergabe sollten alle Interessen und Konflikte geklärt sein. Für den Notfall sollte ein Alt-Unternehmer seinen Notfallkoffer immer griffbereit haben. 

Die Übergabe eines Unternehmens ist eine sehr komplexe und emotionale Sache. Daher ist es sinnvoll, sich rechtzeitig die Unterstützung von Fachleuten zu holen und das Unternehmen auf die Übergabe vorzubereiten, sodass Investitionsstaus, veraltete Strukturen, oder Interessenkonflikte nicht zum Problem werden. "Grundsätzlich sollte man sich so früh wie irgend möglich um die Unternehmensnachfolge kümmern," rät Experte Armin Pfannenschwarz im exklusiven Interview. 

Matchdigital hilft, den passenden Partner für Ihr Projekt zu finden, damit Sie Ihr Unternehmen guten Gewissens und im Bestzustand an Ihren Nachfolger übergeben können. So wird der Abschied von Ihrem Lebenswerk zum Erfolg und zum idealen Ausgangspunkt für die digitale Zukunft.

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